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Strauss-Jahr 2025: Ein feministischer Blumenstrauß aus Licht Strauss-Jahr 2025: Ein feministischer Blumenstrauß aus Licht
Kultur

Strauss-Jahr 2025: Ein feministischer Blumenstrauß aus Licht

Victoria Coeln illuminiert für zwei Monate den Wiener Stadtpark mit "LichtStrauss.
W24 Redaktion
Samstag, 22. März 2025
Verfasst am 22.03.2025 von W24 Redaktion

Im Wiener Stadtpark ist der "LichtStrauss" gestartet. Das luminöse Großprojekt von Victoria Coeln findet im Rahmen des laufenden Strauss-Jubiläumsjahres statt und verwandelt bis 25. Mai drei Hektar des Freiluftareals allabendlich von Sonnenuntergang bis 23 Uhr in ein Lichtspektakel mit feministischer Grundierung.

Blumenornamente mit feministischem Hintergrund

Bunte Blumenornamente aus Licht, jugendstilistische Anklänge und luftig-leichte Farbflächen erscheinen ephemer und ziehen sich dann allabendlich durch die dunklen Wipfel und Grünanlagen des Stadtparks, in dem sich auch das berühmte goldene Strauss-Denkmal findet. Coeln belässt es aber gewohnt nicht bei der reinen Optik und Ästhetik, sondern verbindet ihr Medienkunstwerk mit den Themen Gleichberechtigung und weibliche Selbstermächtigung, stellt der männlichen Statuette sieben agile weibliche gegenüber.

So können sich Besucherinnen und Besucher mit ihrem Smartphone einloggen und am Kunstwerk partizipieren. Dann erscheinen Performerinnen, die sich mittels Augmented Reality mit der Landschaft und dem Werk verbinden, unterlegt von Musik, für die Matthias Leboucher Strauss-Motive zerlegt hat. Die realen, prominenten Frauen des Heute reflektieren dabei jeweils einen weiblichen Charakter aus einer der Operetten von Johann Strauss.

Aida Loos und Teresa Vogl mit von der Partie

Unter den sieben Persönlichkeiten findet sich etwa Sängerin Özlem Bulut, die auf Türkisch die Adele aus der "Fledermaus" singt, während Moderatorin Teresa Vogl, die Pepi aus "Wiener Blut" zitierend, durch den Lichtraum tanzt. Und Kabarettistin Aida Loos wechselt zwischen Farsi und Deutsch, um als Marie aus "Der Karneval in Rom" mal ihrem Liebsten nachzutrauern, mal die Einsamkeit zu beklagen.

"Frauen waren schon immer stark, mutig und klug. Aber sie waren öffentlich nicht sichtbar", reflektierte Coeln am Dienstagabend bei der Generalprobe ihr Werk, das just diesen Umstand nun ändere - mit den Mitteln ihrer Kunst: "Licht ist eine Sprache." Auch Festjahr-Intendant Roland Geyer zeigte sich von diesem Ansatz für das Projekt angetan: "Mir geht es darum, den Strauss ins Heute zu ziehen." (APA)