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Opernball: Macpherson höchst unkompliziert Opernball: Macpherson höchst unkompliziert
Kultur

Opernball: Macpherson höchst unkompliziert

Das australische Topmodel Elle Macpherson bewahrte am 63. Opernball Haltung und zeigte sich "handzahm".
Hannes Huss
Freitag, 01. März 2019
Verfasst am 01.03.2019 von Hannes Huss

Der 63. Wiener Opernball am Donnerstag in der Wiener Staatsoper ist ganz im Zeichen von Weltstar Anna Netrebko gestanden. Die Sopranistin sang bei der umjubelten Eröffnung zuerst "Il bacio" von Luigi Arditi und dann gemeinsam mit ihrem Ehemann Yusif Eyvazov noch "O soave fanciulla" aus "La Boheme" von Puccini. "Ich bin eine Cinderella nur für eine Nacht", sagte Netrebko etwa.

Die Eröffnung der 144 Debütanten zum "Kaiser Franz Josef I. Rettungs-Jubel-Marsch", op. 126 von Johann Strauß war heuer durchaus riskant: Zum ersten Mal wurde in der von der Tanzschule Santner ausgerichteten Choreographie von zwölf Paaren eine anspruchsvolle Hebefigur gezeigt. "Wir wollten etwas bieten, das noch nie da war", sagte Tanzlehrerin Maria Santner. Den Jungdamen und -herren gelang dies auch perfekt. "Es war großartig", freute sich Santner, die auch als erste Frau in der Geschichte des Balles eine Quadrille ansagte.

Baumeister Richard Lugner war mit seinem Gast, dem ehemaligen australischen Top-Model Elle Macpherson rundum zufrieden. "Sie ist freundlich, sie ist unkompliziert, sie ist pünktlich", unterstrich der Baumeister gegenüber der APA. Auch "The Body" nahm den Auftritt gelassen, obwohl Macpherson von Kamerateams extrem bedrängt wurde, bewahrte sie stets ihre Haltung. "Es ist wunderschön", meinte sie sogar.

Tatsächlich erinnerte der Auftritt des ehemaligen Models nach ein paar ruhigeren Jahren an die Hochzeiten des Baumeisters. Entsprechend glücklich war Lugner auch, als er im dichten Kameragedränge gemeinsam mit Macpherson den Weg in die Mittelloge zum ORF-Interview bahnen musste. Der Opernballgast kam in einem schwarzen Kleid des englischen Labels "Nevana". Macpherson wählte das Outfit aus Taft und Spitze, weil es "schlicht und elegant" sei. Spitzenkleider lagen dieses Jahr im Trend. Auch Opernball-Organisatorin Maria Großbauer zeigte sich in roter Spitze, designt von der österreichischen Modeschöpferin Lena Hoschek.

Sängerin Conchita alias Tom Neuwirth kam in einem hautengen, tief ausgeschnittenen weißen Kleid des Designers Juergen Christian Hoerl und mit Glatze auf den Opernball. Erst kürzlich hatte die Künstlerin, die auch Botschafterin der im Juni in Wien stattfindenden EuroPride ist, ihr neues Styling auf dem Grazer Tuntenball gezeigt.

Conchita kam auf Einladung von Justizminister Josef Moser (ÖVP) zum Fest. "Ich bin geehrt, heute Abend auf dem Opernball zu sein", sagte sie. Sie wolle mit ihrem Besuch die Wichtigkeit der EU-Wahl hervorheben, die im Mai stattfindet. "Geht wählen!" Das Konzept Europa sei wichtig, meinte Conchita am Roten Teppich. Nun freue sie sich, "am größten Künstlerball eingeladen zu sein." Sie besuchte das zweite Mal den Opernball.

Schauspielerin Nina Proll, die mit ihrem Ehemann Gregor Bloeb antanzte, freute sich sehr auf den Auftritt von Anna Netrebko. Die Gelegenheit, die Sopranistin zu hören, "hat man ja nicht jeden Tag", sagte sie. Proll trug ein blaues Samtkleid, das von Moderatorin Silvia Schneider designt wurde. (APA/Red)