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Weltwassertag: Wannen sichern Wiener Trinkwasser Weltwassertag: Wannen sichern Wiener Trinkwasser
Chronik

Weltwassertag: Wannen sichern Wiener Trinkwasser

Täglich fließen 217 Millionen Liter Trinkwasser durch das Betonrohr-Netz der 2. Wiener Hochquellenleitung.
W24 Redaktion
Montag, 22. März 2021
Verfasst am 22.03.2021 von W24 Redaktion

Keine Wasserwirtschaft ohne Beton. Das war schon in der Antike so und trifft heute genauso noch zu: Auch die zweite Wiener Hochquellwasserleitung ist aus dem wasserundurchlässigen Baustoff gefertigt, der alle Anforderungen bezüglich Dichtheit und Hygiene erfüllt. Auf einer Strecke von 180 Kilometern überwindet das weltweit gerühmte Wiener Wasser von seinen Ursprungsquellen in den niederösterreichischen und steirischen Alpen in 36 Stunden einen Höhenunterschied von 360 Metern und durchfließt 100 Aquädukte, bis es in den über 900.000 Haushalten der Stadt landet. Um auf die Bedeutung von sauberem Trinkwasser aufmerksam zu machen, findet seit 1993 jedes Jahr der Weltwassertag am 22. März statt.

Das ausgeklügelte System der Wasserversorgung ist ein wesentlicher Grund, warum Rom sich schon vor 2000 Jahren zu einer Millionenstadt entwickeln konnte. Aquädukte führten das Wasser in die Stadt. Als Materialien für die gigantischen Bauwerke wurden Steine verwendet sowie der sogenannte „Opus caementicium“, der römische Beton. In Wien sorgen heute 32 Wasserbehälter in „Weißer Wanne“-Qualität aus wasserundurchlässigem Beton für höchsten Standard in der Trinkwasserversorgung. Zusammengerechnet fassen die Betonbecken rund 1.600 Mio. Liter Trinkwasser; das entspricht dem Wasserverbrauch aller Wienerinnen und Wiener in rund 4 Tagen.

Wiener Wasser lagert in unterirdischen Betonspeichern

Dort wo sich am Wienerberg im Sommer Kinder am Wasserspielplatz tummeln, lagern unterirdisch 42 Millionen Liter Trinkwasser, eingebettet in solide Betonwände. Aufgrund des Bevölkerungswachstums in Wien wurde 2010 der ursprünglich 1873 fertiggestellte Wasserbehälter am Wienerberg erneuert und das Fassungsvermögen von 30.000 auf 41.500 Kubikmeter erweitert. Während eine Wasserkammer in Betrieb war, wurde die andere Kammer ausgehöhlt und innerhalb der bestehenden Mauern eine moderne Stahlbetonkonstruktion errichtet. Nach der Fertigstellung wurde über die beiden Wasserbehälter eine etwa 1,5 Meter dicke Schicht Erde geschüttet – und der Wasserpark samt Wasserspielplatz errichtet Auch eine Miniaturausgabe eines weithin sichtbaren Denkmals lädt zum Spielen ein: der „Wasserturm“, dessen Original auf der Kuppe des Wienerbergs zwischen Triesterstraße, Raxstraße und Windtenstraße schon seit 1873 den 10. und 12. Wiener Bezirk mit Trinkwasser versorgt.

Mit einem Fassungsvermögen von rund 42.000 Kubikmetern ist der Speicher am Wienerberg allerdings nicht der größte seiner Art in Wien. Das ist vielmehr der Wasserspeicher am Rosenhügel in Wien-Hietzing, der mit einem Fassungsvermögen von rund 130.000 Kubikmetern ein Drittel des täglichen Wasserverbrauchs in Wien abdeckt. Die sechs Hallen mit Pfeilern in Form von Kreuzgratgewölben beeindrucken auch optisch.

Immer weniger Menschen kaufen abgepacktes Wasser

Sieben von zehn heimischen Privathaushalten haben im Jahr 2020 zumindest einmal abgepacktes Wasser gekauft. Die Zahl der Käufer ist zuletzt stetig zurückgegangen, hat GfK Austria zum Weltwassertag erhoben: Vor fünf Jahren kauften noch 81 Prozent der Haushalte Wasser. Gleichzeitig wurde auch mengenmäßig weniger davon eingekauft. Somit gab es 2020 um 7,6 Millionen Einkaufsakte weniger als 2015 - fast ein Fünftel der Wassereinkäufe fiel weg.
Als Kunden "weggebrochen" sind demnach vor allem Angehörige der jungen Generation: Unter den Haushalten von unter 35-Jährigen kaufen laut GfK nur mehr 62 Prozent Wasser, während es vor fünf Jahren noch 80 Prozent waren. Aber auch bei Älteren sehe man einen Rückgang. Hier waren es aber trotzdem noch 73 Prozent, die im vergangenen Jahr zumindest einmal Wasser gekauft haben.

Wenn Mineralwasser für zu Hause erstanden wird, greifen immer mehr Menschen in Österreich zu Pfand-Glasflaschen. Zwar liegt der Käuferanteil noch immer im niedrig zweistelligen Bereich, aber die Käuferzahl stieg 2020 um acht Prozent und die Ausgaben ebenfalls deutlich. Die Gründe sind laut den Marktforschern vielfältig, "liegen aber sicher auch in einem zunehmenden Umweltbewusstsein begründet". Dass die Menschen die hervorragende Wasserqualität in Österreich schätzen, zeige sich auch daran, dass in 95 Prozent der Haushalte Leitungswasser getrunken wird. (OTS/APA)

Bild: Wiener Wasser/Zinner